Enstehung und Geschichte des Sees

Der Bodensee ist vorwiegend durch Gletscherbewegungen des Rheingletschers in der Würm-Eiszeit entstanden. Aber schon seit Jahrmillionen wurde das Bodenseebecken durch verschiedene Eiszeiten geformt. Doch erst vor mehreren tausend Jahren bekam der Bodensee aufgrund der Absenkung des Seespiegels seine heutige Form: Getrennt in zwei Seen, Obersee und Untersee, und verbunden durch den etwa 4 km langen Seerhein.

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Bereits vor etwa 5000 Jahren, in der Jungsteinzeit, lebten am größten See Deutschlands die ersten Menschen. Ihre Siedlungen waren meist Pfahlbauten im Wasser, wahrscheinlich um vor wilden Tieren geschützt zu sein. An vielen Stellen rund um den See wurden Überreste solcher Pfahlbausiedlungen gefunden und erst kürzlich zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannt. In Unteruhldingen steht eine Nachbildung solch einer Siedlung - das Pfahlbaumuseum.
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Pfahlbaumuseum Unteruhldingen

Um ca. 400 v. Chr. siedelten sich die Helvetier, ein Stamm der Kelten, rund um den Bodensee an. Aus dieser Zeit sind noch einige Überreste ihrer Verteidigungsanlagen, die sogenannten Fluchtburgen, erhalten. Besonders Brigantium, das heutige Bregenz, war für die Kelten von großer Bedeutung.

Um etwa 15 v. Chr. eroberte Julius Caesar im Alpenfeldzug die Bodenseeregion und nahm sie ins Römische Reich auf, dessen Grenze u.a. von Bodensee und Rhein gebildet wurde. Zu dieser Zeit fand eine der bedeutsamsten Seeschlachten auf dem Bodensee statt: Die Römer, welche auf der Insel Mainau vermutlich ihren Marinestützpunkt hatten, kämpften gegen die Kelten aus Brigantium. Auch für die Römer wurde Brigantium die wichtigste Stadt am Bodensee, den sie aus diesem Grund auch "Lacus Brigantinus" nannten (übersetzt: Bregenzer See). Dort hatte auch der Präfekt der römischen Seeflotte seinen Sitz.
Außerdem besiedelten die Römer die heutigen Städte Konstanz (Constantia), Lindau, Stein am Rhein (Tasgetium) und Arbon (Arbor Felix) in der Schweiz. Viele Funde aus dieser Zeit zeugen von der militärischen und städtebaulichen Bedeutung des Bodenseeraums für die Römer.

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Ausgrabungen eines römischen Turmfundaments, Münsterplatz Konstanz
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Als die römische Herrschaft endete und die seither dort siedelnden Alemannen christianisiert wurden, gewann die Region immer mehr an kultureller Bedeutung. Auf der Insel Reichenau wurde eine Abtei gegründet und Konstanz wurde Bischofssitz. Die Insel Reichenau sowie St. Gallen entwickelteten sich zu Zentren der christlichen Welt. Außerdem begann der Handel mit Italien zu blühen.
Im Mittelalter war Konstanz vor allem durch das Konzil von Konstanz (1414-1418), bei welchem sich gleich drei Päpste um das Amt stritten, äußerst bedeutsam für die kulturelle Geschichte des Bodensees. Während des Dreißigjährigen Krieges gab es eine weitere wichtige Seeschlacht zwischen Österreichern und Schweden auf dem Bodensee, durch welche die staatlichen Verhältnisse neu geordnet wurden. Nach der Zerstörung des Krieges wurden viele barocke Klöster und Kirchen erbaut.

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St. Peter und Paul Reichenau

1824 fuhr das erste Dampfschiff auf dem Bodensee und im Jahr 1900 flog das erste Mal ein Zeppelin von Friedrichshafen aus. Dank wichtiger Verkehrslinien und dem Beginn der Schifffahrt erfuhr das Bodenseegebiet im 19. Jahrhundert einen bedeutenden Aufschwung.

Im Zweiten Weltkrieg blieben die meisten Orte am Bodensee von der Zerstörung verschont. Daher haben Städte wie Konstanz immer noch eine beeindruckende Altstadt mit zahlreichen mittelalterlichen Bauten vorzuweisen. Friedrichshafen jedoch wurde aufgrund seiner Rüstungsindustrie hart getroffen und zu zwei Dritteln zerstört.

 

Mehr zur Geschichte des Bodensees können Sie in einigen Museen in der Region erfahren, wie zum Beispiel im Archäologischen Landesmuseum in Konstanz.
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Quellen:
Bild 2: Pfahlbaumuseum / A. Mende
Bild 3: Tungsten
Bild 4: Tourismus Untersee